Aus der Wn: Männer haben es leichter

 

Stylistin Carola Nahnsen gibt vor allem Frauen Mode-Tipps

Männer haben es leichter

„Männer haben es leichter“, sagt Carola Nahnsen. Morgens bekommen sie die passende Krawatte aufs Bett gelegt und wenn ein neues Oberhemd fällig ist, dann wird es ihnen oft ganz selbstverständlich beim nächsten Einkaufsbummel mitgebracht. „Männer haben es wirklich leichter.“ Carola Nahnsen wiederholt sich bewusst und lacht. Die meisten ihrer Kundinnen sind deshalb auch Frauen oder männliche Singles. Ihnen fehlt oft eine fachkundige Beraterin, wenn es ums Outfit geht. Hilfe holen sie sich bei der 31-Jährigen. Die Stylistin kleidet seit drei Jahren professionell Menschen ein. 

Von Gudrun Niewöhner

„Männer haben es leichter“, sagt  Carola Nahnsen . Morgens bekommen sie die passende  Krawatte aufs Bett gelegt und wenn ein neues  Oberhemd fällig ist, dann wird es ihnen oft ganz selbstverständlich beim nächsten Einkaufsbummel mitgebracht. „Männer haben es wirklich leichter.“ Carola Nahnsen wiederholt sich bewusst und lacht. Die meisten ihrer Kundinnen sind deshalb auch Frauen oder männliche Singles. Ihnen fehlt oft eine fachkundige Beraterin, wenn es ums Outfit geht. Hilfe holen sie sich bei der 31-Jährigen. Die Stylistin kleidet seit drei Jahren professionell Menschen ein, erklärt ihnen, was sie am besten tragen können, welche Farben und Schnitte ihnen stehen. Als Mitglied im Team von Astrid Rudolph („Schick & Schön“) tritt die Neu-Steinfurterin auch im Fernsehen auf. Vor und hinter der Kamera.

Bei der ZDF-Stylingexpertin hat Carola Nahnsen auch ihre Ausbildung gemacht. Ein Zufall. „Als Tochter einer Schneiderin habe ich mich zwar immer schon für Mode interessiert, dann aber erst eine Ausbildung im Hotel gemacht“, erzählt die gebürtige Friesin. Erst eine Freundin hat sie auf die Idee mit der Stylisten-Ausbildung gebracht. Da war Carola Nahnsen gerade zu ihrem Freund nach  Steinfurt gezogen. Und weil es zwischen Lehrmeisterin Astrid Rudolph und ihr so gut passte, kam die Steinfurterin gleich ins Team.

Zwischendurch machen die beiden modebewussten Frauen gemeinsame Projekte, beispielsweise für den ZDF-Fernsehgarten. Die meiste Zeit ist Carola Nahnsen aber zu Hause im eigenen Studio. Und weil das zu klein geworden ist, steht im nächsten Monat ein Umzug an. Ihr Lebensgefährte und sie sind gerade dabei, das neue Heim am Hangenkamp einzurichten.

Carola Nahnsen kümmert sich gerne um Menschen. Weil sie beides, Mode und Menschen, miteinander verbinden kann, ist sie glücklich in ihrem Job.

Viele, die sich bei ihr melden, stehen vor einem neuen Lebensabschnitt: „Sie haben sich von ihrem Partner getrennt, eine Krankheit überstanden oder sind befördert worden und brauchen einen Image-Check.“ Bevor ihre Kunden einen Termin bei ihr haben, bereitet sich die 31-Jährige vor. Sie lässt sich Fotos schicken, schaut sich so den Typ und die Figur genau an. Und sie fragt nach, was die Kunden überhaupt wollen. Welchen ersten Eindruck sie mit ihrer Kleidung rüberbringen möchten: „Mit all diesen Informationen arbeite ich.“

Drei, manchmal auch vier Stunden dauert eine Basisberatung. 440 Euro kostet das Rund-um-Paket inklusive Materialmappe. „Nicht gerade wenig“, weiß die Stylistin: „Die meisten brauchen aber auch nur ein Treffen mit mir.“ Wer später noch mal einen Tipp haben möchte, darf ein Foto mailen.

Es gibt Styling-Regeln, die gelten für alle, die sich geschickt kleiden wollen: Die stärksten Körperstellen sollten immer am dunkelsten sein. Aufgekrempelte Hosen machen kurze Beine. Und an Schuhen sollte man nicht sparen: „Da zahlt sich Qualität aus“, glaubt Carola Nahnsen: Eine preiswerte Jeans beispielsweise lässt sich mit edlen Schuhen aufwerten.

Dass Kleidung immer teuer sein muss, dagegen wehrt sich die Profi-Einkäuferin, die lieber durch die Geschäfte schlendert als im Internet zu shoppen. Selbst stöbert Carola Nahnsen auch gerne in Second-Hand-Läden. So manch ein Schnäppchen hat sie dabei schon ergattert.

Auch wenn Kleider sprichwörtlich Leute machen, Carola Nahnsen mag niemanden alleine nach seinem Aussehen beurteilen: „Keiner ist ein schlechter Mensch, nur weil seine Hose zehn Jahre alt ist.“

SCHLAGWÖRTER

Friederike Stoffregen